Zur angekündigten Förderung des Bundes in Höhe von 500 Millionen Euro
zur Anschaffung von Tablets, Notebooks oder PCs für bedürftige Schüler erklärt Heiko Reinhold, Referent beim Entwicklungspolitischen Netzwerk Sachsen:

Infolge der Corona-Pandemie müssen viele Schülerinnen und Schüler zu Hause bleiben und sind auf digitale Hilfsmittel angewiesen. Die angekündigte Förderung offenbart die Planlosigkeit der Bundesregierung.
Nachdem schon der „DigitalPakt Schule“ den tatsächlichen Erfordernissen nur ansatzweise entspricht, ist der in Aussicht gestellte Zuschuss für „bedürftige Schüler“ nur als Aktionismus zu verstehen, der eine Gesamtstrategie vermissen lässt. Zur Begründung der
„Digitalisierungsbemühungen“ wird mit völlig unterschiedlichen Begriffen argumentiert: schnelles Internet, digitales Lernen, Online-Konferenzen, Lernplattformen usw.
Dabei werden sowohl die personellen Möglichkeiten als auch die Vorgaben der Nachhaltigkeitsstrategien außer Acht gelassen. Regelungen für ergonomische Arbeitsplätze bleiben ebenso unberücksichtigt. Zudem ist daran zu erinnern, dass die „Bedürftigkeit“ auch darin begründet ist, dass im „Hartz IV-Satz“ für Bildungszwecke lediglich 55 Cent vorgesehen sind.

Deshalb unterstützen wir die Vorschläge der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und anderer Verbände, wonach die nötigen Geräte von den Schulen beschafft und vergeben werden sollen. Damit können nicht nur günstigere Preise und bessere Kompatibilität erzielt werden, sondern es wäre auch leichter möglich, Nachhaltigkeitskriterien wie Energiebedarf,
Service- und Recyclingfreundlichkeit zu beachten.
Bei der – u. a. vom Sächsischen Wirtschaftsministerium geförderten – bundesweiten IT-Konferenz im Mai 2019 in Leipzig wurden verschiedene Möglichkeiten vorgestellt, sozial und ökologisch verantwortlich zu beschaffen. Zahlreiche engagierte Organisationen können dabei beraten.
Es wird Zeit für langfristiges, sinnvolles und nachhaltiges Handeln.