Bei der Vergabe öffentlicher Aufträge ist die Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen in 13 von 16 Bundesländern gesetzlich geregelt, entweder als als Muss- oder Kann-Bestimmung, zum Teil mit unterschiedlichen Schwellenwerten.

Von den 30.000 Vergabestellen in Deutschland ist die Zahl derer, die bereits sozial verantwortlich beschafft haben, allerdings sehr gering. Als einen Grund hierfür nennen Beschaffungsverantwortliche die fehlende Sicherheit im Umgang mit der Aufnahme sozialer Kriterien.

Vor diesem Hintergrund wurden 2016/2017 im Rahmen der Recherche ‚Sozial verantwortliche Beschaffung in Aus- und Fortbildung von Verwaltungsangestellten‘ bundesweit 29 Studiengänge an 23 Fachhochschulen und Universitäten, 16 Verwaltungsschulen sowie 16 Akademien für Fort- und Weiterbildungen auf die Lehrinhalte zu (sozial verantwortlicher) Beschaffung und Vergabewesen untersucht.

Recherche mit den Erhebungsdaten tabellarisch nach Bundesländern

Wesentliche Ergebnisse der Untersuchung:
1. In den einzelnen Studiengängen wird dem Thema Beschaffung / Vergabe (ungeachtet der Berücksichtigung sozialer Kriterien) wenig Raum gegeben.

2. Wenn soziale Kriterien zu den Ausbildungsinhalten gehören, dann in den meisten Fällen unter fachlich-rechtlichen Gesichtspunkten. Ethische Überlegungen spielen nur vereinzelt eine Rolle.

 

In einigen Bundesländern stellen Landtagsfraktionen Kleine Anfragen zu konkreten Strukturen der Aus- und Fortbildung von Verwaltungsmitarbeiter*innen, ebenso wie zur Verankerung von Nachhaltigkeit in den Lehrplänen.
Hier finden Sie die Fragen und Antworten aus den Bundesländern:

Rheinland Pfalz

Sachsen