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Chemnitzer Stadtrat setzt Weichen für FairGabe

Bundesweit beschlossen bereits über 200 deutsche Kommunen und neun Bundesländer, keine Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit einzukaufen und haben somit begonnen, Menschenrechte bei der Arbeit in ihren Einkauf einfließen zu lassen. In Sachsen sind es Dresden, Chemnitz, Leipzig und Zwickau. An der Umsetzung dieser Beschlüsse arbeitet nach vorliegenden Informationen jedoch nur Chemnitz. Um diesen Umsetzungsprozess zu beschleunigen hat der Chemnitzer Stadtrat im Januar aktive Schritte der Verwaltung eingefordert.

Ausbeutung für Steuergelder?

Wie notwendig endlich Schritte zu einem verantwortlichen Einkauf der öffentlichen Hand sind, belegen die Studie MADE IN MAROKKO und der Film DEN FADEN VERLIEREN. www.sachsen-kauft-fair.de/recherchen-und-studien www.sachsen-kauft-fair.de/buergerinnen/kampagnenmaterial

30.1.2012: Ausbeutungs-Parkour im Dresdner Louisen Kombi Naht

Zwei Aktivistinnen von der marokkanischen Arbeitsrechtsorganisation ATTAWASOL haben am 30. Januar 2012 über diese Zustände berichtet. Sie kamen ins Louisen Kombi Naht in der Dresdner Neustadt. Dazu war auch der Dresdner Vergabeleiter eingeladen, der jedoch seine Teilnahme absagte. ZuhöherInnen konnten an diesem Montag abend nicht nur diskutieren, sondern auch selbst ausprobieren. Sie waren eingeladen, die Akkordwelt der NäherInnen selbst zu erleben und auszuprobieren, ob sie es schaffen, in 10 Sekunden eine Tasche zu nähen. Bettina Musiolek von SACHSEN KAUFT FAIR findet: „Gegenwärtig wissen Städte in der Regel nicht, wo Uniformen, Kittel und Blaumänner für ihre Angestellten hergestellt werden. Geschweige denn wie. Kommunen müssen jedoch sicherstellen, dass Steuergelder nicht für Produkte aus Sklavenarbeit ausgegeben werden.“ Naim Naima und Laymae Assouz fordern Kommunen in Europa auf, bei ihrem Einkauf auf Menschenrechte zu achten.

Stadtverwaltung Dresden schlägt Einladung aus

SACHSEN KAUFT FAIR sucht seit 4 Jahren den Dialog mit der Dresdner Stadtverwaltung, um sie bei der Umsetzung dieser Forderung zu unterstützen. Der Stadtrat hat bereits zwei Beschlüsse in dieser Richtung gefasst. Was tut die Stadtverwaltung zu ihrer Umsetzung? Diese Frage von Dresdner BürgerInnen und marokkanischen ArbeiterInnen konnte erneut nicht beantwortet werden, denn die Stadtverwaltung schlug die Einladung trotz Nachfragen von verschiedenen Seiten aus! Veröffentlichungen und Veranstaltungen wurden von verschiedenen Medien mit einer GesamthöherInnen- und leserInnenzahl von ca 360.000 verfolgt.